Hausaufgaben-Tipps

Hausaufgaben sind sinnvoll und notwendig

  • Gerade schwächere Schüler benötigen die zusätzliche Übung und Auseinandersetzung mit dem Schulstoff.
  • Hausaufgaben tragen zu Eigenverantwortung und Selbständigkeit bei.
  • Hausaufgaben geben den Lehrkräften wichtige Rückmeldungen zum Verständnisstand der Schüler

Tipps für erfolgreiche Hausaufgaben

Ehrliche Hausaufgaben

Hausaufgaben sind ein Teil der Erziehung zu Eigenverantwortung und Selbstständigkeit, Schüler sollen/müssen lernen eigenständig zu arbeiten.

Tun sie das, zeigen Hausaufgaben den Lehrern, was Schüler verstanden haben, was sie gegebenenfalls nicht verstanden haben und wo noch unterrichtlicher Klärungs- und Übungsbedarf besteht. Sieht der Lehrer aber im Wesentlichen das Ergebnis der Eltern, erhält er nicht die erforderliche Rückmeldung zum Verständnisstand der Schüler.

Geschönte Hausaufgaben bringen weder Kindern, noch Lehrern etwas.

Kinder sollten früh lernen, dass sie für ihre Hausaufgaben selbst verantwortlich sind. Dazu gehört das Führen eines Hausaufgabenheftes genauso, wie die zuverlässige Durchführung. Natürlich kann man dem Kind helfend zur Seite stehen. Man sollte ihm aber keinesfalls vermitteln, dass man jedes Mal einfach nur bei Mitschülern anrufen brauche, um zu wissen, was zu tun sei. Manchmal ist es durchaus ratsam, es ohne gemachte Hausaufgaben in die Schule zu schicken, damit es die Konsequenz seiner Unaufmerksamkeit erlebt.

Hausaufgaben & Lernen unterscheiden

Die Nachbereitung der Schule teilt sich in drei unterschiedliche Bereiche auf:

  1. Die „Pflicht“-Hausaufgaben: Das sind die Übungsaufgaben, die von der Lehrkraft vorgegeben werden.
  2. Die „optionalen“ Hausaufgaben: Das sind zusätzliche Übungsaufgaben.
  3. Das Lernen: Der bereits in der Schule gelernte Stoff wird zur Vertiefung noch mal angesehen und durchgesprochen.

Unterstützung erlaubt

Die Hausaufgabenhilfe der Eltern in Form einer emotionalen Unterstützung, die eine selbstständige Bearbeitung der Hausaufgaben ermöglicht, ist immer gerne gesehen.

Hat Ihr Kind Fragen zu einer Hausaufgabe, unterstützen Sie es mit Tipps, die zu einem richtigen Lösungsansatz führen, aber lösen Sie nicht gleich die ganze Aufgabe. Lassen Sie sich zum Beispiel die Aufgabenstellung noch einmal von Ihrem Kind erklären, oft reicht das schon. 

Ausnahme: Mit dem Kind das Lesen üben, gerade in der 1. Klasse, wird von den Eltern eingefordert!

Zur richtigen Zeit stressfrei lernen

Besprechen Sie mit Ihrem Kind, wann es am besten lernen kann. Jedes Kind hat seine eigenen Lieblingszeiten, an denen das Lernen besonders gut klappt. Manche setzen sich gleich nach der Schule hin, andere brauchen vielleicht erst einmal eine Pause.

Mindestens eine halbe Stunde sollte seit der letzten Mahlzeit vergangen sein, damit Ihr Nachwuchs wieder leistungsbereit ist. Eine Hilfe kann sein, einen Wochenplan anzulegen, um herauszufinden, welche Zeit die beste ist, um Hausaufgaben ohne Stress zu erledigen. Tragen Sie einfach jeden Tag gemeinsam mit Ihrem Kind unter Berücksichtigung von Nachmittagsaktivitäten und der Länge der Schultage die beste Zeit für Hausaufgaben ein.

So ein Plan sollte keinen Druck erzeugen, sondern Hilfe sein und zeigen, dass alle Aufgaben machbar sind. Oder eben das Gegenteil verdeutlichen: Dass zu viele Termine auf der Agenda stehen, die zwangsläufig zu Stress führen. Oft sind nämlich gar nicht ausschließlich die Hausaufgaben das Problem, sondern die vielen Aktivitäten drumherum.

Dauer und Pausen

Die Dauer und Stärke, mit der sich Kinder auf eine Aufgabe konzentrieren können, unterscheidet sich deutlich von Erwachsenen.

Jedes Kind ist anders, aber als Faustformel gilt, dass im Grundschulalter alle 15-20 Minuten 2-5 Minuten Pause gemacht werden sollte.

Für die Dauer der (Pflicht-)Hausaufgaben gibt es eine Richtschnur:

  1. Klasse: circa 20 bis 30 Minuten
  2. Klasse: circa 30 Minuten
  3. Klasse: circa 45 Minuten
  4. Klasse: circa 60 Minuten

Kinder brauchen Ruhe während der Hausaufgaben

Ihr Kind braucht einen eigenen Arbeitsplatz, der abgeschirmt ist von Ablenkungen und damit auch von Lärm. Auch die Ablenkungen durch das übliche Familienleben gilt es zu vermindern, also zum Beispiel durch Geschwister, die zu Hause sind. Absolute Stille muss aber nicht herrschen. Der laufende Fernseher aber hat bei den Hausaufgaben nichts zu suchen. Ruhige Musik kann in seltenen Fällen in Ordnung sein.

Hausaufgaben sind eine Selbstverständlichkeit

Sprechen Sie nicht davon, dass Hausaufgaben gemacht werden „müssen“. Das weiß ihr Kind auch so.

Auch wenn so manches Kind daran zweifelt, die Aufgabe schaffen zu können. Ein „Ich kann das nicht“ bedeutet oft nur „Ich trau mir das nicht zu “. Ständiges Ermahnen, Kritik und Druck helfen keinem Kind weiter und bewirken lediglich, dass es keine Lust mehr hat und sich die alleinige Bewältigung von Aufgaben irgendwann auch gar nicht mehr zutraut.

Nimmt das Kind die Hausaufgaben regelmäßig dazu her, Streit vom Zaun zu brechen, dann kann das einen ganz einfachen Grund haben. Oft wollen diese Kinder nur mehr Zeit mit dem Elternteil verbringen und fordern so seine Aufmerksamkeit ein. Hier kann es bereits hilfreich sein, dem Kind eine gemeinsame Unternehmung in Aussicht zu stellen, wenn die Aufgaben fertig sind, ein gemeinsames Spiel oder das Ansehen eines Buches. Bieten Sie Ihrem Kind an, dass es sie jederzeit fragen kann, wenn es nicht weiterkommt und dass Sie die Ergebnisse mit ihm zusammen durchgehen. Stärken Sie sein Selbstvertrauen, indem Sie es motivieren, durch gezieltes Fragen anleiten, Lösungen alleine zu finden und richtige Arbeitsschritte loben. Versprechen Sie auf keinen Fall größere Belohnungen für gemachte Hausaufgaben.

Auf Zeichen von Überforderung achten

Drückt sich Ihr Kind vor dem Beginn der Hausaufgaben oder dauert es ewig, bis die letzte Aufgabe erledigt wird? Das könnten auch Zeichen von Überforderung sein.

Nutzen Sie die Sprechstunde in der Schule und sprechen Sie mit Ihrer Lehrkraft darüber.

Nicht vorarbeiten!

Weder Ihr Kind alleine, noch mit Ihnen zusammen, sollten im Lehrbuch weiter vorarbeiten, als bis zum aktuellen Stand. Ihr Kind erhält durch Vorarbeiten keinen (Wissens-)Vorteil sondern einen (Motivations-)Nachteil.Ist Ihr Kind mit dem Lerntempo in seiner Klasse unterfordert, sprechen Sie mit der Lehrkraft Ihres Kindes. Es gibt eine ganze Reihe an sehr guten Möglichkeiten für eine zusätzliche Förderung für Ihr Kind.

Sie sind nicht alleine!

Suchen Sie Kontakt zu der Lehrerin, um Erfahrungen auszutauschen und Absprachen zu treffen.

Gemeinsam werden sie die Lernbedingungen ausfindig machen, die speziell für Ihr Kind hilfreich sind und Ihnen damit den Stress von den Schultern nehmen.